... aus meiner Hausarbeit

 

Qigong für Berufstätige

Menschen, die an

der Wirbelsäule Beschwerden haben

 

 

In meine Qigong-Kurse kommen auch Teilnehmer mit Beschwerden an der Wirbelsäule. Dieser Personenkreis ist in allen Berufsgruppen anzutreffen. Bauarbeiter zum Beispiel, die körperlich schwere Arbeit leisten müssen, haben oft Bandscheibenprobleme. Oder Menschen die im Büro stundenlang am PC arbeiten müssen, leiden oft unter starken Nacken- und Schulterverspannungen.

Die meisten berichten von vielen Akupunktursitzungen, in denen ihre Schmerzen behandelt wurden. Das hat den meisten auch erstmals geholfen, die Schmerzen wurden gelindert oder waren weg. Nur reichte das natürlich nicht aus, der Rücken muss gestärkt werden. Die Krankenkassen gewähren jedem Patienten eine bestimmte Anzahl an Sitzungen der Krankengymnastik, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Aber wenn diese Sitzungen ausgeschöpft sind, muss jeder Patient selber schauen, wie es weiter geht. Sie probieren Verschiedenes aus, einige auch Qigong. Also anstatt zu warten, bis ihr Zustand sich verschlechtert und wieder den Weg zu Akupunktur und Krankengymnastik zu gehen, sind einige im Qigong angekommen. Die sanften Qigong-Übungen dehnen, kräftigen und lösen Verspannungen. Für viele ist Qigong durchaus eine sinnvolle Alternative. Sie machen nicht nur Qigong, wenn sie Schmerzen haben, sondern üben präventiv, um ihre Wirbelsäule zu stärken und beweglich zu erhalten. „Seit ich Qigong mache, habe ich kaum noch Rückenschmerzen“. Diese Rückmeldung bekomme ich oft von Kursteilnehmern, die Wirbelsäulenbeschwerden haben. 

Qigong für Berufstätige

Da sind die Berufstätigen, die in ihrem Alltag so unter Stress stehen, dass sie abends noch einen Ausgleich vom Arbeitstag brauchen. Sie möchten körperliche Fitness und vor allem innerlich zur Ruhe kommen und entspannen. So wie Renate, 42 Jahre, berufstätig und als Mutter rund um die Uhr voll im Einsatz. Nach der Qigong-Stunde ist sie so entspannt, dass sie nachts besser schlafen kann. Qigong hilft ihr, runterzufahren und wieder einen klaren Kopf zu bekommen. „Nach der Qigong-Stunde bin ich entspannt, kann leichter einschlafen und vor allem die Nacht durchschlafen“. Von dieser Erfahrung erzählt Renate gerne immer wieder. 

Menschen mit Rheuma leiden

 

An Rheuma leidende Menschen üben gerne Qigong, weil ihnen die sanften Übungen gut tun. Es fällt ihnen auch nicht schwer, mitzumachen. Durch die ständigen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen empfinden Rheumatiker oft jede Art von Bewegung als unangenehm. Durch Qigong nehmen sie ihren Körper wieder positiv wahr.

Wie vielfältig rheumatische Beschwerden sind und vor allem, wie stark die seelische Belastung ist, erfuhr ich erst, als ich bei der Rheuma-Liga in Aalen meine ersten Qigong-Kurse gab. Die Teilnehmerinnen erzählten, dass sogar Angehörige ihnen nicht geglaubt haben, dass sie Schmerzen haben. Bei Sprüchen wie „So schlimm kann es doch nicht sein“ hat sich der eine oder andere Rheumatiker aus dem Familien- oder Bekanntenkreis zurückgezogen. Dieses fehlende Verständnis im sozialen Umfeld macht Rheumapatienten zusätzlich das Leben schwer.

Nicht zu vergessen sind auch manche Ärzte, die unbedacht zu den Rheumapatienten sagen: „Sie bilden sich Ihre Schmerzen ein“. Rheuma zu haben, bedeutet auch mit der Ungewissheit zu leben, nicht zu wissen, wie sich die Krankheit weiterentwickelt, denn oft stellt sich eine Verschlechterung der Symptome ein.  

 

 

Warum wirkt Qigong so positiv bei Fibromyalgie      (Weichteil-Rheuma)

 

Fibromyalgie ist eine rheumatische Erkrankung. Menschen, die an Fibromyalgie leiden, haben fast überall im Körper Faszienverklebungen.

 

Die Faszien sind ein Netzwerk aus feinen Bindegewebefasern, die den ganzen Körper zusammenhalten. Faszien umfassen unsere Kochen, sind um jeden Muskel und verbinden diese auch mit den Bändern und Sehnen unseres Körpers. Faszien sind auch sehr elastisch; sie pulsieren im Rhythmus der Atmung des Zwerchfell und der Lunge mit. Sie umfassen all unsere Organe und lassen im Fluss der Gewebeflüssigkeit unsere alltäglichen Bewegungen, bewusste und unbewusste, sanft gleiten.

Die sanften Qigong-Übungen wirken bei Fibromyalgie auf verschiedene Ebenen im Körper, z.B. auf der Schicht unter Haut, dort gilt es die Faszien elastisch zu halten, so dass Verklebungen vermieden werden. Durch die Klopf- und Schüttelübungen werden verklebte Faszien in Bewegung gebracht, die Verklebungen können mit der Zeit langsam aufgelöst werden.

Im Gesundheitskonzept des Qigong sieht man Verklebungen, Entzündungen, Schwellungen und andere Stauungen des Qi-Flusses als Blockade-Zeichen an. Man geht davon aus, dass hier das Qi nicht mehr frei fließen kann, sondern sich staut und mit der Zeit trübe, schließlich sogar schwarz wird. Damit das Qi wieder ins Fließen kommt, muss die Stauung erst aufgelöst und das trübe Qi aus dem Körper ausgeschieden werden. Dabei hilft das Klopfen und Ausstreifen nach unten, aber auch jede andere Aktivierung des Qi-Flusses durch bewegte oder stille Qigong Übungen, Akupressur oder Akupunktur. Kann das Qi in den vorher blockierten Bereichen wieder ungehindert fließen, können sich auch die Faszien wieder regenerieren.

Zudem entsteht eine positive Wechselwirkung, die auch auf geistig/seelischer Ebene Blockaden lösen kann. So entwickeln Rheumatiker wieder eine positive Körperwahrnehmung. Sie verbinden Bewegung nicht mit Schmerz und bekommen mit den sanften Qigong Übungen wieder Spaß an der Bewegung. Sie empfinden vor allem beim Nachspüren von Qigong Übungen ein sehr schönes Wohlgefühl, das sie mit folgenden Worten beschreiben: „Ich spüre die Lebendigkeit in mir“ oder „Ich fühle mich so, als ob der ganze Ballast, den ich mit mir trage, abgeschüttelt ist“. 

Bei Arthrose (der degenerativen rheumatischen Erkrankung) kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, wie wirkungsvoll die Qigong-Übungen sind. Bei Arthrose der Knie z.B. kommt es darauf an, die Oberschenkelmuskulatur zu kräftigen und die Sehnen zu dehnen. Nur so kann man Beweglichkeit wiedererlangen oder erhalten. Die Versteifung der Gelenke wird vermieden und die Stabilität des Stützapparates gefördert.

Das Besondere an Qigong-Übungen im Vergleich zur Physiotherapie ist, dass nicht nur mit Muskeln und Sehnen gearbeitet wird, sondern immer das ganze Energiesystem des Körpers mit behandelt wird. Die Blockaden im Energiefluss können gelöst und Schwachstellen durch bessere Energieversorgung gestärkt werden. Der Körper wird wieder durchlässiger für das Qi, die Lebensenergie, und dehnende wie muskelstärkende Übungen können ungehindert durch Energieblockaden zur vollen Wirkung kommen. Qigong ist eine ganzheitlich wirkendes Übungssystem und gerade deshalb auch in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden so erfolgreich. Trotzdem ist es nicht leicht, aus dem Teufelskreis der Entzündungen und der damit verbundenen Bewegungseinschränkung auszubrechen. Manchmal dauert es etwas, bis die Wirkung beim Körper ankommt. Es lohnt sich auf jedem Fall, dabei zu bleiben.

Persönlich kann ich es sehr gut nachempfinden, wie es ist, wenn Arthrosebeschwerden einem das Leben schwer machen. Ich kann an Arthrose Leidenden nur ermutigen, „dran“ zu bleiben. Die ganzheitlichen und sanften Übungen ermöglichen es einem Übenden, sich ohne Schmerzen zu bewegen. Diese Erfahrung kann ich sehr authentisch meine Kursteilnehmern vermitteln und weitergeben. 

Qigong für Menschen mit Behinderung

Ich lerne durch unsere wachsende Qigong-Gemeinsaft auch viele Menschen mit Behinderung kennen. Als ich eines Tages einen Anruf bekam, fragte mich eine Dame: Sagen Sie mal, kann ich auch Qigong machen?“ Ich erwiderte: „Warum nicht!“ Mit einer entschlossenen Stimme sagte die Dame: „Ich bin 74. Vor zwei Jahren wurde mir ein Bein amputiert. Ich komme kaum aus den Haus, ich will wieder raus, ich will etwas machen“. Da ich durch meine Knieoperationen auch eingeschränkt war und oft bei meinen Ausbildungswochenenden meine Qigong-Übungen im Sitzen machte, konnte ich mir sehr gut vorstellen, wie Frau Amberger bei uns Qigong mitmachen konnte. „Dann kommen Sie“, sagte ich zu ihr, „wir probieren es“. Mit Krücken, voller Erwartung und Neugierde und offenen Herzens kam Maria Amberger damals in unserem Verein. Sie ist eines der Gründungsmitglieder unserer Qigong-Abteilung. Mit ihrem Lebensmut und ihrer Liebe zu Qigong ist sie mittlerweile unser bester Werbungsträger. Sie spricht Senioren und Menschen mit Behinderung an. Für viele Senioren ist sie ein Vorbild, sich bis ins hohe Alter fit und gesund zu erhalten. Das klappt mit Qigong bekanntlich sehr gut. Maria Amberger ist da eine Vorreiterin. Sie macht es Senioren vor. So fällt es älteren Menschen nicht schwer, bei uns mitzumachen.

Auch Menschen mit körperlicher Behinderung brauchen Vorbilder. Wenn Maria Amberger, der das Bein amputiert wurde, mit einer Beinprothese oft im Sitzen oder mit Krücken übend, dreimal in der Woche leidenschaftlich gerne zum Qigong geht und jedem davon vorschwärmt „Mir tut Qigong so gut, und die Gemeinschaft in diesem Verein gibt mir Lebensmut“, dann sind wir mit Qigong in unserer Stadt angekommen. 

Qigong „im Sitzen“ für Menschen mit „leichter Behinderung“

 

Immer mehr Menschen mit Behinderung fragten bei uns nach: können wir auch beim Qigong mitmachen? Jeder Mensch mit Behinderung hat spezifische Beschwerden und Einschränkungen. Mit Qigong sollte man auf jeden individuell zugehen können.

Für mich als Qigong-Trainerin ist es wichtig, offen zu sein und mich der krankheitsbedingten Herausforderung, die Menschen mit Behinderung mitbringen, zu stellen. Als z.B.  Irmgard B. 74 Jahre, die seit über 20 Jahren an Lungenfibrose leidet, mit ihrem Sauerstoffgerät ankam, musste ich mich zuerst über Lungenfibrose informieren. Gemeinsam mit Irmgard B. tasteten wir uns jede Qigong-Stunde langsam vor. Mittlerweile kann sie nach einem Jahr berichten dass sie ihre externe Sauerstoffzufuhr verringert hat. Es war für sie sogar möglich, nach vielen Jahren wieder in Stuttgart einen Einkaufsbummel mit ihrer Tochter zu machen. Diese kann auch von einer wesentlichen Verbesserung des Gemütszustandes ihrer Mutter berichten. So erzählte auch Irmgard B. selbst eines Tages in ihrer Qigong-Gruppe: „Als mich der Postbote letztens fragte, ‚was ist los, Irmgard, Sie strahlen so‘, erwiderte ich „Mir geht es wieder gut, denn ich mache Qigong“.

Besser kann man doch die positive Wirkung von Qigong auf unseren Körper und unsere Seele nicht beschreiben. 

 

Rahmenbedingungen für Qigong „im Sitzen“ für Menschen mit schwerer Behinderung

 

Einige körperlich behinderte Menschen können nicht am Qigong-Unterricht teilnehmen, weil sie schlicht und einfach nicht aus dem Haus kommen. Als Inge H. 61 Jahre, mich bei einem Qigong-Workshop ansprach: „Kann ich nicht auch zu euch ins Qigong kommen?“, berührte mich ihre Anfrage zutiefst.

Inge hatte bei einer Routine-OP einen Schlaganfall erlitten, lag drei Monate im Koma und erwachte halbseitig gelähmt. Eine lebensfrohe Frau musste ins Pflegeheim und wurde dort mit der zweiten Pflegestufe aufgenommen. Für mich ist sie eine sehr starke Frau, vor allem, weil sie das Beste aus ihrem Schicksal macht. Sie jammert nicht, ist für vieles offen und macht alles Notwendige tapfer mit. Von der Physio- bis hin zu Ergotherapie lässt sie gewissenhaft nichts aus. Das Besondere an ihr ist der Humor, mit dem sie ihren Alltag bewältigt. Wer mich kennt, weiß, dass diese Anfrage an mir nicht einfach so vorbeigehen konnte. Besonders Menschen mit schwerer Behinderung brauchen Qigong, das wurde mir klar.

Wenn Menschen, die Qigong brauchen, nicht ins Qigong kommen können, dann muss eben Qigong zu ihnen gebracht werden. Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los, und so fing ich an, etwas Neues zu schaffen.

Ich brauchte ein neues Konzept. Jetzt mussten auch Wege für Menschen mit schwerer Behinderung gefunden oder geschaffen werden. 

Qigong für Menschen mit Lungenfibrose

Sanft den Körper stärken, langsam das Atmen unterstützen

Menschen mit Lungenfibrose fällt es überhaupt schwer sich zu bewegen. Sie bekommen sehr leicht Atemnot, müssen jede Art von körperlicher Anstrengung vermeiden.

Da sie im Laufe der Jahre eine Schonhaltung einnehmen, entstehen im Bereich ihrer Brustwirbelsäule oft richtige Haltungsschäden. Man sieht oft Fibroseleidende in gebückter Haltung laufen. Vor allem die Nacken- und Brustmuskulatur sind blockiert. Runder Rücken und unsicheres Gehen sind zwei der vielen Symptome, die den an Fibrose erkrankten Menschen die Lebensqualität nehmen. Da jede Art von körperlicher Anstrengung Lungenfibrose Kursteilnehmer den Atem nimmt, ist für sie sportliche Ausübung kaum möglich. Der vorgegebene Takt ist meist für Lungenfibrose-Leidende zu schnell und sie können nicht mithalten, deswegen ziehen sie sich auch von den Sportvereinen zurück.

Im Qigong ist es anders, hier können die Übungen individuell an den Rhythmus der Übenden angepasst werden. Durch das langsame und achtsame Atmen kommen Lungenfibrose –Kursteilnehmer zur Ruhe. Sie können mit den ebenfalls achtsamen und sanften Qigongübungen langsam entspannen, kommen nicht so schnell oder kaum in Atemnot.

Je länger und regelmäßiger sie Qigong üben, desto größer ist auch für sie die Chance, Energieblockaden zu lösen, den Qi-Fluss im gesamten Körper wieder zu aktivieren, die Zusammenarbeit der Organsysteme zu verbessern und dadurch auch die noch vorhandene Kapazität ihrer Lungen wieder voll zu nutzen.

So können Sie ihren Körper wieder langsam stärken, bekommen mehr Beweglichkeit, können ihre Haltung korrigieren und eine gute Lungenfunktion erhalten.

Um Menschen, die an Lungenfibrose erkrankt sind, besser zu verstehen, bat ich Christa Müller, eine Qigong-Kursteilnehmerin, mich bei einem Treffen der Lungenfibrose Selbsthilfegruppe mitzunehmen. Dort erzählten mir die Teilnehmer, dass für sie sportliche Betätigung gar nicht möglich ist. Ich widersprach und erzählte von den positiven Erfahrung, die wir das letzte Jahr mit Qigong-Übenden gemacht haben, obwohl diese Lungenfibrose hatten. Gespannt hörten Sie mir zu. Bei einigen sah ich großes Interesse an meiner Arbeit. Ich wurde zu einer spontanen Qigong- Demonstration aufgefordert. Alle Teilnehmer der Selbsthilfegruppe haben mitmachen können. Vielleicht kann sich jetzt, der eine oder die andere an Lungen-Fibrose Erkrankte vorstellen, mit Qigong anzufangen.

Frauen mit Kindern

Frauen mit Kindern, die rund um die Uhr von ihren Kindern, den kleinen süßen „Energie- Vampiren“, ausgelaugt werden. Welche Frau, die ein Kind hat, kennt das nicht, Nächte mit wenig Schlaf und ständig in „Hab acht-Stellung“ sein. Diese Frauen brauchen einfach nur eine kleine Auszeit, sie dürsten nach einer „Quelle“, aus der sie wieder Energie schöpfen können. Wenn sie ins Qigong kommen, können ihre Energiereserven wieder aufgefüllt werden. So meint auch Ulrike Weinmann, 34, Mutter zweieinhalbjähriger Zwillingsbuben: „Beim Qigong-Klopfen spüre ich, wie das Qi wieder durch meinen Körper fließt, ein schönes Wohlgefühl für Körper und Seele“.

 

 

Qigong an der Schule mit Kindern und Jugendlichen 

Als ich meine Qigong-Ausbildung begann, habe ich Prioritäten setzen müssen. Meine Arbeit im Verein ist mir sehr wichtig, die Arbeit an der Schule (Peutinger Gymnasium Ellwangen) war ein Arbeitsfeld, das mir persönlich sehr an die Substanz ging. In einem System zu arbeiten, in dem Streitkultur und Wertevermittlung wie Respekt und Achtsamkeit kaum Raum gegeben wird, war für mich nicht mehr akzeptabel. Durch Qigong habe ich gelernt, auch auf mich selbst zu achten, und in diesem Prozess ist mir klar geworden, dass ich ausgebrannt war. Ich hatte energetisch zu viel Herzblut in die Schule investiert. Mir war und ist die Arbeit mit Kindern immer noch sehr wichtig, aber jetzt brauchte ich eine Auszeit.

Meine Freundin Ulrike Weinmann (Studienrätin für Latein, Spanisch und Musik), die ich am Peutinger Gymnasium kennengelernt habe, übt in unserer Qigong-Abteilung und genießt jede Qigong-Stunde. Sie kann sich dabei so gut entspannen.

Unsere gemeinsame Verbindung Schule und Verein hat uns oft in intensive Gespräche über Schulstress geführt. Ulrike sieht jeden Tag gestresste Schüler, die sich energetisch ausgelaugt und total verspannt durchs Abitur quälen müssen.  „Da muss Qigong her“ sagte Ulrike oft, und wir waren uns einig: es ist notwendig. Aber wie? Ich kenne unser Schulsystem, und wie oft müssen Erziehungswerte und Selbstwahrnehmung wie „Achtsamkeit im eigenen Körper“ in den magischen fünf Minuten (da ist alles möglich, was nichts kostet und wertvoll ist) vermittelt werden. Ulrike ließ sich von mir Tipps geben, und so machte sie in der Schule Qigong mit ihrem gestressten Abiturkurs. Sie versprach, mir einen Erfahrungsbericht zu schreiben, den ich hier gerne einbringe. Was wir schon gewusst haben, wurde bestätigt.

„Qigong macht Schule“. So nenne ich meine Qigong-Workshops und -Projekte an den Schulen.

 

„Qigong in der Schule“. Ein Erfahrungsbericht von Studienrätin Ulrike Weinmann

 

„Seit vier Jahren (mit einer größeren Pause) genieße ich den  Qigong-Unterricht von Fotini Papadopoulou und profitiere nicht nur körperlich, sondern auch mental von den verschiedenen Übungsreihen, in denen sie uns mit viel Humor und Sachkenntnis anleitet.

Seit September bin ich nach der Elternpause wieder in den Schulalltag eingestiegen und habe unter anderem einen vierstündigen Kurs übernommen, der in diesem Schuljahr Abitur machen soll. Der Stundenplan für diesen Kurs war leider nicht besonders angenehm, die Schüler sollten sich am Dienstagnachmittag von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr, nach Sportunterricht und einer Hohlstunde noch zusammenreißen und aufmerksam und konzentriert am Unterricht teilnehmen. Besonders diejenigen, die von auswärts kommen, und zum Teil schon seit 7.35 Uhr Unterricht haben, stellt dies vor eine große Herausforderung.

Daher war meine Idee, - auf Anregung von Fotini Papadopoulou - den Schülern eine Möglichkeit zu zeigen, wie sie zum einen für die anstehenden Unterrichtsstunden, zum anderen im Hinblick auf das Abitur und die damit verbundene Aufregung, ihren Geist sammeln, ihren Stress reduzieren und ihre Konzentration steigern können.

In enger Zusammenarbeit mit Frau Papadopoulou erarbeiteten wir ein Programm, mit dem sich die Schüler entspannen und gleichzeitig innerlich sammeln konnten.

Als ich dies den Schülern vorstellte, zeigten sie sich sehr offen und machten anfangs zwar zögerlich, aber im Verlauf des Schuljahres mit wachsender Begeisterung mit. Zunächst übte ich mit den Schülern jeden Dienstag die ersten 15 Minuten. Zuerst machten wir Schüttel- und Klopfübungen und spürten nach, ob und was sich im Körper etwas verändert hatte. Je nach Bedarf zeigte ich ihnen im Anschluss daran  Qigong-Übungen, die der Konzentrationssteigerung (z.B. Stehen wie ein Baum) oder der Beruhigung (z.B. Kontrolliere den Atem - beruhige den Geist) dienten. Die Schüler waren erstaunt, welche Unterschiede sie wahrnahmen. Sie erklärten, dass sie sich wacher und mehr „bei sich“ fühlten und dass sie nun gespannt seien auf den Unterricht.

Einige der Schülerinnen waren so überzeugt von den Übungen, dass sie mich baten, vor der ersten Klausur mit ihnen einige Übungen durchzuführen, damit sie sich besser konzentrieren könnten. Einige Wochen später berichteten sie mir, dass sie vor einer Deutschklausur die Schüttel- und Klopfübungen gemacht und daraufhin sehr gut abgeschnitten hätten. Außerdem hörte ich, wie sie sich darüber unterhielten, dass sie sich nach  Qigong-Kursen umgeschaut hatten.

Kurz vor dem Abitur beriet ich mich mit Fotini, was wir den Schülern an die Hand geben könnten, wenn sie dann in der Prüfung sind und unauffällig und im Sitzen effektive Übungen machen wollen. Im Unterricht zeigte ich ihnen, wie sie zur Beruhigung den Magenpunkt 36 aktivieren könnten, indem sie sich die Knie reiben, wo zur Konzentrationssteigerung sie am Nacken- und Schulterbereich die Meridiane massieren können. Außerdem sollten sie wissen, an welchen Stellen sie ihre Hände bearbeiten können, um den Kopf „frei“ zu bekommen. All dies nahmen die Schüler offen und zum Teil auch dankbar auf.

Zusammenfassend kann ich mit Freude und guten Gewissens sagen, dass diese 15 Minuten pro Woche sehr gut investierte Zeit waren: denn obwohl diese Lerngruppe insgesamt sehr lernwillig und motiviert war, konnte man doch deutliche Unterschiede zwischen Stunden mit und ohne  Qigong erkennen. Doch nicht nur das. Die Schüler wurden dafür sensibilisiert, dass  Qigong ihnen im Alltag helfen kann und nicht nur etwas für alte Leute ist (ein Vorurteil, das sich leider immer noch hartnäckig in den Köpfen hält).Neues Textfeld >>

...der Weg entsteht beim Gehen.

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