Rückmeldung der Frauen: 

"so kann ich mich verteidigen"

 

Manolis Lass Taekwondo Meister

Anita  53 Jahre, es gibt viele Möglichkeiten Angriffe abzuwehren, bzw. erst gar nicht zuzulassen.

  • muss nicht unbedingt "Opfer"  sein.
  • ich kann mich wehren!!!  mit einfachen Mitteln
  • Technik ist alles

Evi  50 Jahre, es gibt keinen falschen Weg sich zu verteidigen, nur keine Verteidigung ist falsch.

  • ich bin nicht wehrlos
  • ich kann mich wehren
  • ich bin keine schwache Frau
  • ich kann mich schützen 
  • auf jeden Angriff gibt es eine Verteidigung

 Birgit 52 Jahre, 

  • ich hab mehr Kraft als ich gedacht hab!
  • ich kann mir auch selber helfen!
  • ich hab mein Selbstbewußtsein gesteigert
  • ich fands toll !

 

 Christina 36 Jahre, 

  • ich habe immer eine Chance
  • ich habe viele Möglichkeiten mich zu wehren
  • ich gehe Selbstbewusst durchs leben, und lasse mich nicht einschüchtern
  • ich kann anderen helfen die in Not sind.

Mandis 23 Jahre, Niemand ist wehrlos

Jede Teilnehmerin hat Kraft die nach dem Kurs viel geziehlter und gebündelter eingesetzt wird.

jede hat für sich Lösungen gefunden ...

 

Maren 47 Jahre, ich bin kein Opfer! 

SV Teilnehmerin 25 Jahre  

....unterschiedliche Techniken, richtig angewendet, benötige nicht unbedingt Kraft "die Technik machts"  

taekwondo ellwangen Selbstverteidigungs Kurs bei der ODR Ellwangen

Sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen, ist nicht erst seit Silvester 2015 in Köln ein Thema. 

Lesen Sie die Artikel der Ipf und Jagst Zeitung und der Schwäbischen Post von 1998.

 

DÉ JÀ-VU !

 

GEWALT GEGEN MÄDCHEN

Selbstbehauptung
Anmache - ganz alltäglich?

(Artikel der Ipf- und Jagst-Zeitung vom 18.12.1998)

ELLWANGEN - "Schlampe" gehört noch zu den harmloseren Ausdrücken, die sich die Mädchen der Realschule St. Gertrudis anhören müssen. Alles ganz normal? Für die Mädchen nicht mehr. Sie lernen, sich zu wehren.

Von Beate Gralla

"lch hab' erst gedacht, es geht nur uns so. Aber jetzt weiß ich, daß auch 300 andere Schülerinnen angemacht werden", sagt eine Teilnehmerin des Selbstbehauptungskurses, den Fotini Papadopulu an St. Gertrudis gibt. Die Gruppe hat eine Umfrage an der Schule gemacht. Dabei ist eine ganze Liste zusammengekommen: Belästigungen und sexistische Sprache in der Unterführung, im Hallenbad, am Bahnhof, rund ums Juze. Einige geben an, geschlagen worden zu sein.

Diese Liste haben sie der Frauenbeauftragen Susanne Ritz vor einer Woche übergeben. "Seither ist viel passiert", berichtet Papadopulu den 17 Kursteilnehmerinnen. So sind die Bademeister im Hallenbad angewiesen worden, die Mädchen ernst zu nehmen und gegen die Jungen, die sie belästigen, Hausverbote zu verhängen und auch durchzusetzen.

"Die Jungs können sich nur ausleben, weil ihr nichts macht", nimmt Papadopulu die Mädels in die Pflicht, sich nichts gefallen zu lassen: "Wenn ihr Anzeige erstattet und die Jungen eins aufs Dach kriegen, ist das für die ein Aha-Effekt. Dann wissen die, daß die Gesellschaft ihr Verhalten nicht toleriert."

Andreas Unseid, der städtische Sozialarbeiter, bietet seine Hilfe an: "Wenn ihr die Namen wißt oder die Jungs beschreiben könnt, sagt mir Bescheid. Er sagt aber auch, daß schnelle Veränderungen nicht zu erwarten sind: "Bei manchen ging 15 Jahre lang was schief, das läßt sich nicht in sechs Monaten ausbügeln."

So ganz zufrieden sind die Mädchen damit nicht. "Jeder hat mal Probleme. Ich gehe dann auch nicht hin und sage zu einem: Komm, mach' 'mal die Beine breit."

Wenn ihr Veränderungen wollt, dann müßt ihr selbst etwas tun. Das ist nicht die Zeit der Prinzessinnen, sondern die der Amazonen", fordert Fotini Papadopulu die Mädchen auf, selbstbewußt zu handeln. Wie sich das anfühlt, werden sie demnächst ausprobieren: Im Jugendzentrum. Dorthin traut sich keine alleine. Noch nicht.

 

Wege aus der Opferrolle

(Artikel der Schwäbischen Post vom 18.12.1998)

Mädchen der Realschule St. Gertrudis setzen sich gegen sexuelle Belästigung und Beschimpfungen zur Wehr

Mit großem Engagement haben Mädchen der Realschule St. Gertrudis den Weg in die Öffentlichkeit gesucht, um sich gegen sexuelle Belästigungen und Beschimpfungen durch Jungen oder auch Männer - zu wehren.

VON PETRA BRAIG

ELLWANGEN - Die Bandbreite ist groß: Beleidigungen, anzügliche Bemerkungen, sexuelle Übergriffe und auch andere, massivere Formen der Gewalt erfahren Realschülerinnen von St. Gertrudis auf ihrem Weg zur Schule, beim Bummeln in der Stadt und anderswo. Eine Umfrage an der Schule, die im Verlauf eines Selbstbehauptungsprojekts erfolgte, hat diese Erlebnisse jetzt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Dabei wurden unter. den Realschtilerinnen über 600 Fragebögen verteilt, zurück kam etwa die Hälfte. Gestern nachmittag stellten die Projektteilnehmerinnen ihre Ergebnisse vor und suchten zugleich nach Lösungswegen.

Was für sie bisher quasi zum Alltag gehörte, wollen die Neuntklässlerinnen nun nicht länger akzeptieren: Gemeinsam mit Projektleiterin Fotini Papadopulu legten sie der Frauen-, Familien und Jugendbeauftragten Susanne Ritz eine Auflistung der Vorfälle vor, die sie in ihrer Menschenwürde verletzten. Auf fällig dabei: Es sind immer wieder dieselben Orte, wo Mädchen in angsteinflößende, demütigende Situationen geraten: in Unterführungen beispielsweise, beim Jugendzentrum, im Hallenbad, am Bahnhof, am Fuchseck oder am Schönen Graben.

 

Als Täter haben die befragten Mädchen vor allem jugendliche Ausländer genannt, teilweise sind diese sogar namentlich bekannt. "Da geht´s um zwei Cliquen speziell", weiß Andreas Unseld, Jugendsozialarbeiter der Stadt Ellwangen, um die Problematik, die er gestern den Projektteilnehmerinnen nahezubringen suchte.

Zwölf Gruppen insgesamt betreut Unseld. Die meisten Jugendlichen sind unkompliziert, einige aber machen Schwierigkeiten: "Bei manchen von denen ging 15 Jahre lang was schief - das kann ich nicht in einem halben Jahr ausgleichen", verwies der Jugendsozialarbeiter darauf, daß Veränderungen bei den von ihm betreuten Jugendlichen nur allmählich erfolgen könnten. Unseld bat die Mädchen, im Fall einer Belästigung den Täter, sofern bekannt, namentlich zu nennen oder ihn zumindest zu beschreiben: "Dann kann ich reagieren."

Ober die Ergebnisse der Umfrage ist nach Auskunft Unselds inzwischen auch die Polizei informiert, die die genannten Orte vermehrt im Auge behalten will. Außerdem hat die Familien-, Frauen und Jugendbeauftragte mit dem Leiter der Stadtwerke gesprochen, um sicherzustellen, daß sexuelle Belästigung im Hallenbad mit Einschalten der Polizei oder Hausverbot für die Täter geahndet werden muß. Gegen das Jugendzentrum bestehen nach Mitteilung Papadopulus "sehr große Vorurteile". Um in diesem Fall zu einem Dialog zu kommen, haben die Projektteilnehmerinnen einen Besuch im Jugendzentrum geplant.

Als wesentliche Erkenntnisse bezeichneten die Mädchen gestern die Erfahrung, daß ihre Erlebnisse sexueller Gewalt keine Einzelfälle sind - und daß sie sich dagegen wehren können, indem sie die Vorfälle zur Sprache bringen und gegebenenfalls die Täter anzeigen. "Es ist ganz arg wichtig nicht zu schweigen", machte Papadopulu deutlich. "Wollt ihr Veränderung? Dann macht sie"

 
 
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